TAWB 23 TAG 4: Count Gabba / Alessia & The Crazycats / Losus Reynoso


Am 4. Tag des There Are Worse Bands Festival gab es gleich drei verschiedene Acts an zwei verschiedenen Orten. Diese zwei Orte waren das Moderne und die Raviolibar und somit einen Katzensprung von einander entfernt. Das war jedoch mein Problem, denn wer mich kennt weiss ich kann sehr schlecht Nein sagen und mich auch sehr schlecht entscheiden.

Dementsprechend bedeutete dies, dass ich an diesem Abend an beiden Orten gleichzeitig sein wollte und logischerweise fast keines der Konzerte so wirklich gesehen habe. Ein Drama in 3 Akten.

AKT I:
Die Abneigung gegenüber Entscheidungen sorgte also dafür, dass ich um 20:30 Uhr in der Raviolibar stand um die ersten paar Songs von Count Gabba zu hören um dann schnell ins Moderne zu huschen um den Schluss von Alessia & The Crazycats zu sehen. Die Eröffnungssongs von Count Gabba waren wie man sie sich erhoffen würde. Country und Rock n‘ Roll wurde nicht nur durch die Musik vollständig gelebt sondern auch mit Cowboyhüten, Bolo Tie und den dazu passenden Stiefeln. Ein Fest für jeden Fan des Genres. Dann folgte die Ernüchterung, denn Alessia & The Crazycats waren um 20:30 Uhr schon fertig mit ihrem Set und wenn man, wie ich um 20:45 Uhr im Modern aufgetaucht war, gab es schon nichts mehr zu hören und im Umkehrschluss auch nichts darüber zu berichten.

AKT II:
Nichts aus dieser Unentschlossenheit gelernt, ging es also schnurstracks wieder zurück in die Raviolibar. Die war allerdings mittlerweile so vollgestopft, dass ich die Musik nur noch zur Hälfte sehen und hören konnte, denn die andere Körperhälfte wurde in den Jackenständer beim Eingang gedrückt. Count Gabba waren aber natürlich auch mit einem eingeschränkten Blick- und Hörfeld immer noch gleich gut. Im Wissen, dass das nächste Konzert im Moderne um 21:00 Uhr anfängt, blieb mir aber nicht allzu lange Zeit mich mit dem Jackenständer persönlich bekannt zu machen. Zeit um wieder zurück ins Moderne zu eilen.

AKT III:
Dank der überfüllten Raviolibar hatte ich es dann doch noch geschafft ein Konzert von Anfang bis zum Schluss zu sehen. Losus Reynoso, ihres Zeichen Kick Ass Award Gewinnerin (den Preis hatte sie für den besten Luzerner Song gewonnen) stand, nur mit einem Mikrofon ausgerüstet, auf der Moderne Bühne und zeigte dem Publikum ihre Stimmgewalt und ihre Begabung dafür ein Publikum zu animieren. Es konnte musikalisch nicht abwechslungsreicher sein. Eine Prise Hip-Hop, ein Hauch RnB und hin und wieder eine Live gespielte Gitarre mit Texten auf Englisch und auf Spanisch. Das waren, unter anderem, die Zutaten mit denen Losus Reynoso eine wunderschöne Klangwelt zauberte. Die Backing Tracks wurden zuverlässig von ihrem Produzenten, Arben Ramadani (der sich neben dem Mischpult positioniert hatte) zum richtigen Zeitpunkt eingespielt. Ein bisschen verloren sah sie schon aus auf dieser grossen Moderne Bühne so ganz alleine aber mit ihrem gesunden Selbstbewusstsein glich sie das gleich wieder aus.

Nun, was kann man aus einem solchen Abend lernen? Manchmal ist es gut wenn man sich für etwas entscheidet und dann auch dabei bleibt. Da das allerdings schon mein ganzes Leben problematisch für mich ist, wird sich das wahrscheinlich nicht so schnell ändern.

Nächster Halt des There Are Worse Bands Festivals ist heute Abend die Gewerbehalle. Es spielen Horny Dolphins, Janine & The Blacks und Mulldrifter. Zum Glück alle am gleichen Ort.


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