TAWB 23 TAG 8: Don Friso / Mehltau


Die zweite Woche des There Are Worse Bands Festival ist offiziell gestartet und verspricht auch in der zweiten Hälfte ein unterhaltsames Programm. So wie auch an diesem Abend, denn jedes Detail im Bourbaki war perfekt für das Publikum breitgestellt. Zwei philosophierende Acts mit zwei unterschiedlichen philosophischen Herangehensweisen.

Don Friso, der Motivationsredner des Mundartraps, versuchte an diesem Abend das Image des Montags ein wenig aufzupolieren. Enthusiastisch, energetisch und mit einem Zwinkern im Auge rappte Don Friso poetisch vom Leben, philosophischen Theorien und fatalistischen Gedankenexperimenten. Regelmässig wurde man überrascht von den Bars, die er plötzlich wieder ins Mikrofon spittete (das ist etwas von der wenigen Rap-Lingo, die ich kenne) und mit dem Publikum interagierte. Jedes mal wenn man dachte, man hätte Don Friso durchschaut, kam er mit einem lyrischen Feuerwerk auf seinen Wollsocken daher geschlittert und zeigte wie es wirklich war.
Wie sagt man so schön «am Montag soll man nichts neues ausprobieren» Don Friso machte es trotzdem und setzte sich für einen Song über Kindheit und Selbstakzeptanz ans Schlagzeug und rappte «a capella» über den Schlagzeugbeat. Als Joker hatte er sich noch zwei Gäste geholt. Einmal Milena, die mit Don Friso über die Einzigartigkeit der Menschheit philosophierte und zum Abschluss DOMBR3 auf dessen neuen Album Don Friso gefeatured wird in einem Song über fehlendes Melatonin.

Danach war Mehltau auf der Bühne mit nicht weniger philosophischen Texten aber einer mehr skeptischen Herangehensweise an das Leben. Mit hin und wieder fast zungenbrechenden Texten unterlegt mit sehnsüchtigen Gitarren und Piano Klängen, begleitet von sanften Schlagzeugschlägen und komplementären Bassläufen versank man voll und ganz in dieser Sammelbezeichnung für verschiedene durch Pilze verursachte Pflanzenkrankheiten. Béla Rothenbühler ist zweifellos ein geborener Frontmann, schäkernd interagierte er mit dem Publikum als wäre es das leichteste der Welt, witzelte mit dem Rest der Band über verpasste Übergange und präsentierte sich als das Selbstbewusstsein in Person. Die Lieder waren tiefgründig, handelten von Liebe (mal erwidert und mal nicht), der Gesellschaft in Form einer Völkerball-Metapher und von allgemeiner Aufbruchsstimmung. Das Publikum war gefesselt und begeistert und verlangte eindringlich nach mehr und Mehltau tat ihm den Gefallen und spielte zwei Zugaben bis sie dann das Publikum verbeugend verabschiedeten.

Heute Abend geht es weiter und es steht folkiger Pop gespielt von Jasmin Larue im Hinicht auf dem Plan. Definitiv ein Besuch wert.


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