Der vierte Tag des There Are Worse Bands Festivals 2024 war mein persönlicher Nostalgie-Abend. Als Mensch in einem gewissen Alter und einer Affinität für Musik und Nostalgie war der vierte Abend des There Are Worse Bands Festivals in der Jazzkantine ein Musikalischer Hochgenuss. Von der Indie-Musik, die ich als unsicherer Teenie gehört habe über die Indie-Musik, die ich als unsicherer Mitte-Zwanziger gehört habe wurde an diesem Abend von den beiden Bands alles geboten.
Mono Mochi waren Musiker:innen durch und durch. Es gab eine Tape-Machine, es war ein Glockenspiel an der Decke befestigt und alle Instrumente wurden mit voller Präzision gespielt. Obwohl die Stimme von Jacob Sur angeschlagen war, wurden Gesangsharmonien ausgepackt die sich so geschmeidig über den Klangteppich legten, dass es sich anfühlte als würde man in eine kuschlige Decke gehüllt werden. Auch Textaussetzer bei neu geschriebenen Songs liessen die fünf Menschen auf der Bühne völlig kalt. Es wurde einfach entspannt weitergespielt bis einem der Text wieder einfiel. So wurde man also von den Gitarren mit ganz viel Chorus und den Synthies mit ganz viel Chorus und dem groovigen Bass (ohne Chorus glaubs) und dem noch groovigeren Schlagzeug in eine Wolke voller Indie-Sehnsucht gehüllt und man wollte gar nicht mehr daraus raus kommen.

Als dann Tanz Akademie die Bühne betraten, hatte sich das Publikum und die Sehnsuchstwolke zwar schon ein bisschen gelichtet aber die noch Anwesenden waren umso enthusiastischer. Sofort wurde man in eine andere Zeit katapultiert. Die Zeit der Britischen Indie Bands. Auch wenn die Musik von Tanz Akademie schwierig in eine Genre-Schublade zu stecken ist und der Britische Indie Vergleich nicht gänzlich zutrifft. Die Indie-Inspiration war aber trotzdem nicht zu überhören. Ab und zu wurde es dann aber schon fast jazzig dann wieder ziemlich punkig. Etwas was es aber sicher nie wurde war langweilig. Die fünf Musiker aus Italien wussten wie man ein Publikum unterhält. Mal laut mal leise, mal tanzte die ganze Jazzkantine, mal sassen oder lagen alle am Boden. Alles mit einer völligen Gelassenheit und einer ungezwungenen Selbstverständlichkeit. Die Freude an der Musik, die die Band offensichtlich hatte, schwappte in den Zuschauerraum über und der komplette Raum war voll und ganz unterhalten.

So war man nach den beiden Konzerten gefüllt mit Nostalgie und fühlte sich zurückversetzt in seine Jugend. Bis man dann die Treppen der Jazzkantine erklimmen musste nur um draussen zu merken, dass man müde Beine hatte und sich dann plötzlich wieder alt fühlen musste.
Egal ob alt oder jung am heutigen There Are Worse Bands Festival Abend kommt jeder auf seine Kosten. An gleich zwei Orten kann man auch heute wieder wunderbare Konzerte besuchen. Luumu und Subaqua spielen im Moderne und FC. Kleinstadt, Malewicz und Selbstbedienung gibt’s in der Gewerbehalle zu sehen.