Wie in der Berichterstattung von Tag 3 bereits festgehalten wurde ist es manchmal schwierig den Teil als Mitglied des There Are Worse Bands Festivals und als Zuschauer unter einen Hut zu bringen. So kommt es, dass auch dieser grandiose Festivalabend aus einer anderen Perspektive als aus dem Zuschauerraum erzählt wird. Dostojewski hatte seine „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ und ich habe meine „Berichterstattung aus der Zwischenebene“
Das Gute an der Zwischenebene der Gewerbehalle ist, dass man von dort aus die Konzerte eigentlich überraschend gut mitverfolgen kann. Als erstes konnte man von da aus FC. Kleinstadt mitverfolgen (also zumindest die Beine der Band). Aus dieser Perspektive hatte man auch einen guten Blick auf üppig bestückten Pedalboards der Gitarristen. Die Band hatte eine Message und die teilte sie auch mit dem Publikum. Emotional und unverblümt wurden die Texte rausgeschrien und mit einer gewaltigen Klangwand untermauert. Auch wenn die Band sich gemäss eigener Aussage auf der Bühne nicht hören konnte klang es nach vorne völlig präzise.

Als nächstes kam Selbstbedienung auf die Gewerbehalle Bühne. No-Nonsense Deutsch-Punk. Die drei hatten sichtlich (oder vielleicht eher hörlich, weil auch hier die Sicht aus der Zwischenebene den Blick auf die Gesichter verwehrte) Spass und liessen das Publikum mit ihnen daran teilhaben. Ansagen auf Hochdeutsch mit einer guten Prise Selbstironie, Songs über St. Pauli oder ein Kazoo-Solo alles war dabei. Es wurden aber auch gesellschaftskritische Töne angespielt, alles in einer unverwechselbaren Punkigkeit.

Zu guter Letzt machte sich Malewicz bereit um in die Saiten zu greifen. Den Geräuschpegel noch mal erhöhend riss, die selbstbetilte „Fake Punk Band“ dann die Hütte noch vollständig ab. Schnelle Gitarrenriffs, treibende Schlagzeug Takte und bissiger, französischer Gesang. Das Gewerbehalle Publikum war, trotz potenzieller Sprachbarriere, begeistert.

Währenddessen waren im Moderne weichere aber nicht weniger sozialkritische Klänge zu hören. Hier gibt es zur Berichterstattung nach der Zwischenebene noch ein weiteres Hindernis. Ich war gar nicht vor Ort. Somit gebe ich hier den Augenzeugenbericht weiter:
„Als erstes begab sich Subaqua auf die Moderne Bühne. Mit wunderbar passendem Weltallhintergrund spielten die drei Musiker:innen gefühlsstarke Gitarrenriffs gepaart mit bewegenden Gesängen und man konnte sich völlig in den unendlichen Weiten treiben lassen.

Luumu verlieh dem Abend im Moderne dann noch mal mehr eine sphärische Note. Mit Geige, Kontrabass, Klavier und Schlagzeug im Zusammenspiel mit der Stimme von Adina Friis entstand eine fesselnde Klangwelt. Zusammen mit den Animationsfilmen die auch noch auf die Kinoleinwand projiziert waren, wurde man völlig mitgerissen in die Welt von Luumu.“

Heute gibt es auch wieder Konzerte an zwei Orten aber zeitlich ein bisschen besser verteilt. Zuerst Dom Beech im Old Town Record Store und dann Katamari Express, Alois und das Songshot DJ Team im Treibhaus. Ein guter Grund um sich aus dem Haus zu wagen.