Neunter Tag, neunter Erlebnisbericht. Bisher hat es tatsächlich immer jemand geschafft etwas über die erlebten Konzerte zu Berichten und auch heute kann man wieder nachlesen was am There Are Worse Bands Festival so läuft.
Dieses mal gab es wieder an zwei Orten Musik zu geniessen und glücklicherweise waren diese zwei Orte ziemlich nahe beieinander. Im Onkel Salamt konnte man sich an diesem Dienstag Abend, gemütlich sitzend, Into Orleans einverleiben. Die drei Musiker, die dieses Jahr auch schon als Teil von Maple Tree Circus auf der Ravioli Bar Bühne standen, waren mit einem ganzen musikalischen Arsenal angereist. Gitarren, Kontrabass, Synthies, Schlagzeug alles war da und eingerichtet. Die drei wussten dann auch wie die mitgebrachten Instrumente zu bedienen waren. Mal laut, mal leise aber immer in einem wunderbaren Zusammenspiel von Klängen. Es war schwierig festzulegen in welchem Genre man die Musik nun verorten sollte aber eigentlich war das auch gar nicht nötig. Jeder Song war eine neue Entdeckungsreise und man war gespannt was man wohl als nächstes finden würde.

Obwohl die anderen beiden Konzerte in der Schüür statt fanden und somit nur einen Katzensprung vom Onkel Salamt entfernt gewesen wären, konnte man sich als verantwortliche Person nicht einfach so davon stehlen und deshalb war wieder Nicolas gefragt, den Konzert Abend in der Schüür zusammen zufassen:
Am neunten Abend des There Are Worse Bands Festivals verwandelte sich die Schüür in einen wahren Bunker von Energie und Emotionen.
Der Abend begann mit Anger Mgmt., einer Band, deren Name schon viel verrät: „Anger is energy“ lautete der Titel einer ihrer Songs– und genau das spürte man in jedem Moment ihres Auftritts. Mit einem explosiven Mix aus Postpunk, Punk, Grunge und Garagerock brachten die Musiker ihre Botschaft der Transformation von Wut in kreative Energie auf die Bühne. Die treibenden Rhythmen und verzerrten Gitarren klangen wie ein Ventil für die innere Zerrissenheit, die Frontmann Nik Petronijevic in seinen Texten verarbeitete. Trotz der düsteren Themen war der Auftritt von Anger Mgmt. keineswegs nur von Melancholie geprägt. Im Gegenteil – die Songs schafften es, das düstere Gefühl in eine Art von kathartischer Befreiung zu verwandeln. Das Publikum, das sich zunehmend von der kraftvollen Dynamik der Band mitreissen liess, konnte förmlich spüren, wie die Wut in Energie umgewandelt wurde.

Nach dieser intensiven Darbietung übernahm Artifiction, eine passionierte Metalcore-Band aus Luzern, die Bühne. Artifiction, die mit einer neuen Bandzusammenstellung auftraten, brachten eine erfrischend rohe Kraft mit sich. Obwohl dies eines ihrer ersten Konzerte in dieser neuen Konstellation war, merkte man den Musikern keine Unsicherheit an. Im Gegenteil: Sie wussten das Publikum sofort in Bewegung zu bringen. Der moshende Pulk vor der Bühne tobte und headbangte, als wäre es bereits Freitagabend und nicht ein regnerischer Dienstag. Der Sound von Artifiction, eine wilde Mischung aus kraftvollen Breakdowns und melodischen Passagen, zündete sofort. Die Band verstand es, die Zuschauer mit ihren mitreissenden Rhythmen und energetischen Songs zu fesseln.

Zusammengefasst war das Konzert von Anger Mgmt. und Artifiction ein Abend, der die Vielfalt und Intensität der Musik in all ihren Facetten zeigte. Beide Bands boten ein einzigartiges Erlebnis, das nicht nur durch seine musikalische Härte, sondern auch durch seine emotionale Tiefe beeindruckte. Wer an diesem Dienstagabend in der Schüür war, konnte mit Sicherheit sagen, dass er Teil eines unvergesslichen Erlebnisses war – ein Abend voller Energie, Musik und ungebändigter Leidenschaft.
Heute Abend geht es nochmal laut weiter. In der Bar 59 spielen Jabar und The Wolves Cave Indie und Post Progressive Rock.