Am zweitletzten Abend des There Are Worse Bands gab es nochmal ein richtiges musikalisches Feuerwerk zu erleben. Wie gefühlt immer bei Konzerten in der Gewerbehalle war es drei mal die pure Unterhaltung.
Als erstes begaben sich die Veranstalter:innen des There Are Worse Bands Festivals selber auf die Bühne. Nachdem sie das Publikum begrüsst und sich selbst als Band angesagt hatten lieferten Hendricks The Hatmaker ein Set voller Freude an der Musik, Selbstironie und Songs, die zum Tanzen aber auch zum Nachdenken animierten. Die drei Musiker:innen waren völlig in ihrem Element auf der Gewerbehalle Bühne. Es schien als wären die 11 Tage Festival, an dem zwei drittel der Band jeden Abend geschuftet hatte, spurlos an ihnen vorbei gegangen. Höchstens der „Punk-Rock Tee“ liess darauf schliessen, dass es vielleicht doch ein bisschen streng war. Musikalisch war aber absolut gar nichts zu merken und es war einfach nur ein mitreissendes Konzerterlebnis

Danach machte sich The Hellfire Orchestra bereit, die Gewerbehalle zu begeistern. Das taten sie auch mühelos. Die vier Briten nahmen sich selber ebenfalls nicht zu ernst und spielten ihren punkigen Folk-Rock (oder folkigen Punk-Rock) immer mit einem gewissen Witz und einer typisch britischen Haltung. Die Songs hätten tatsächlich von einem Höllenfeuer Orchester stammen können. Sie waren schnell und laut, historisch inspiriert und gewisse Sounds klangen so, als hätte man zuerst seine Seele an jemanden verkaufen müssen, um sie spielen zu können. Auch das Schlagzeug wurde ab und zu so gespielt als wäre die Person, die es spielte (wenigstens ein bisschen) von irgendetwas besessen.

Als drittes und letztes waren dann noch Fire Cult dran das Publikum zu unterhalten. Mit einer Energie, die um diese Uhrzeit fast illegal schien, waren die drei tatsächlich das angekündigte Indie Punk Power Trio. Auch sie behielten die Selbstironie bei und auch den Spass am Musik machen. Die drei Musiker:innen waren schnell, exzentrisch und ausserordentlich unterhaltsam. Man konnte mitsingen, man konnte mittanzen, man erkannte ziemlich schnell das Witzeschema und konnte dadurch mit ihnen zusammen darüber witzeln, dass es schlechtere Bands aber halt auch bessere Bands gibt. Man schweisste als Publikum irgendwie mit der Band zusammen und wurde eine Punk-Rock Einheit.

Heute gibt es noch den Abschlussabend des There Are Worse Bands Festival und denn will man wirklich nicht verpassen. Zuerst Mollys Lips, die zwei der vier Musiker von The Hellfire Orchestra sind, im Old Town Record Store. Danach Mamba Bites und Fraupaul in der Jazzkantine. Das wird nochmal ein richtiges Fest.