TAWB 24 Tag 7: Whales on Jupiter / New Saints / The Cooches / No Kings No Slaves


Wie in den letzten beiden Jahren gab es auch an dieser There Are Worse Bands Festival Ausgabe den Anti-Kater Mosh im Sedel. Das Prinzip ist grundsätzlich ziemlich simpel. So laute Musik wie möglich um einem den Kater vom Samstag gleich wieder aus dem schmerzenden Schädel zu jagen. Eventuell hilft auch das Konterbier ein bisschen mit.

Als Band zum ersten Mal vor Publikum aufzutreten ist keine einfach Aufgabe. Aber wo könnte man besser sein erstes Konzert bestreiten als im Sedel am There Are Worse Bands Anti-Kater Mosh, bei dem man schon mal sicher weiss, dass das einem das Publikum wohlgesonnen ist. Whales On Jupiter brauchten aber diesen Vertrauensbonus definitiv nicht, denn man hörte und sah absolut nicht, dass sie in dieser Formation noch nie zusammen auf der Bühne standen. Die Songs, die vom Leben und Walen im All handelten, spielten die vier mit einer Selbstverständlichkeit, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Rockig, virtuos und vom Publikum mit grossem Applaus kommentiert war es ein gelungenes erstes Konzert für die Band und für den Anti-Kater Mosh.

New Saint aus Basel hatten eine Energie, die ich auch an allen anderen Tagen der Woche nicht habe. In Leopardenprint short Shorts sprangen die zwei auf der Bühne herum wie junge Rehe. Das passte auch voll und ganz zu ihren rasanten Songs. Es war eine Modernisierung des altbewährten Rezept. Statt Double Bass vom analogen Schlagzeug gab es Drum Machine Klänge, statt Bassgitarre gab es Bass-Synthies aus dem Sampler. Die schepperten aber genau so rein. Selbstironisch und Sozialkritisch lieferten die beiden Musiker eine Show ab, die einfach nur unterhaltsam war zum erleben.

Nachdem die erfahreneren Musiker auf dem Pfad der Neuerfindung gewandert waren, hatten die Newcomer eine ganz andere Herangehensweise. Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang, The Cooches hatten eine Aufstellung wie man sie kennt. Allerdings herrschte auf der Bühne totale Anarchie. So muss man sich gefühlt haben bei einem der ersten Punk Konzerte in den 70ern. Es war irgendwie beängstigend aber gleichzeitig absolut faszinierend. Nicht einmal eine gerissene Saite konnte den Wirbelwind The Cooches aufhalten. Eine neue Saite wurde aufgezogen und während dem nächsten Song gestimmt. Aber sogar das Stimmen der Saite fügte sich perfekt ein in die organisierte Desorganisation.

18:00 Uhr an einem, normalerweise hundskommunen, Sonntag und No Kings No Slaves betraten die Sedel Bühne als wäre das ihre normale Showtime. Voller Energie, energisch und entschlossen waren die fünf Musiker komplett in ihrem Element. Die Band wollte dem Publikum um jeden Preis den Kater vertreiben und mit ihren schnörkellosen, direkten Songs ist ihnen das auch ohne Probleme gelungen. Die Live Erfahrung, die die fünf haben, war absolut spürbar. Jeder wusste was seine Aufgabe war und die erfüllte auch jeder problemlos.

So war man also nach vier Konzerten vielleicht nicht den Kater los aber wenigstens um ein weiteres aussergewöhnliches Konzerterlebnis reicher. Heute geht es im Hinicht weiter mit Rob Moir, der vielleicht ein bisschen leiser spielt aber nicht weniger sehenswert ist.


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